
LAR (LES ASTRONAUTES ROMANTIQUES)
„Das Universum ist voller Sterne. Kannst du sie hören?“ /// Wenn die Sehnsucht nach Unendlichkeit eine Nacht in Frankreich verbringen würden, wäre das Ergebnis vermutlich LES ASTRONAUTES ROMANTIQUES – kurz: LAR. Das Duo, bestehend aus JP Mercier und Claire Delmas, lernte sich 2002 kennen und erschafft seither eine Klangwelt, in der analoge wie digitale Klangerzeuger und melancholische Melodien miteinander tanzen wie Planetenmonde im Orbit, zusammengehalten durch JPs Synthesizer-Sequenzen und seinem Spiel auf den Simmons-Drums sowie Claires bewusst zurückhaltendem Flügelspiel, das sie durch virtuose Cello-Attacken ergänzt..
Julien-Phillipe MERCIER, genannt JP, Produzent, Klangtüftler und Sammler seltener Synthesizer aus Lyon, war einst Philosophiestudent – was man seiner Musik anhört: Jeder Ton ist eine kleine Überlegung über Zeit, Raum und Liebe. Claire DELMAS (abgekürzt CD), stdierte Multiinstrumentalistin aus Chalon-sur-Saône mit einem Herz für Violine, Cello, Xylophon und klassisches Grand Piano (2000 erwarb sie für rund 390.00 Franc – heute rund 60.000 Euro – einen Steinway & Sons Flügel C-227, Bj. 1973) verleiht den Songs der romantischen Astronauten zurückhaltende Substanz und eine fast ätherisch-menschliche Note. Vom staatlichen französischen Rundfunk zur Tonmeisterin ausgebildet ist sie auch die treibende Kraft hinter dem LAR-Sound.
Der Stil von LAR? Eine leuchtende Spur irgendwo zwischen typisch französischem Synthpop der 1970er/1980er Jahre und modern-romantischen Elektronik-Klängen. Doch LAR klingen nie nach Kopie, sind stets eine Neuinterpretation: elektronischer Retro-Sound trifft auf analoge Sehnsucht, verschmilzt mit modernem Ambient-Minimalismus. So ist Motto der romantischer Astronauen „L’Amour Gravitationnel“ (übersetzt: „Die Schwerkraft der Liebe“), dass sich die Anziehung zwischen Menschen, Planeten, Klängen stets zu einem Soundtrack für jene entwickelt, die nachts aus dem Fenster blicken, nach den Sternen greifen und dabei deren Herzschlag mit allen Echos sprüren können. ==> Mehr Infos gibt es HIER!
Aber die beiden sind auch als Solo-AI-tists aktiv und das schon seit Jahren:

CLAIRE DELMAS veröffentlichte mittlerweile zwei Ballet-Musiken mit „Le retour à l’astéroïde B 612“ und „La Fee Melusine“. Ihr sensationelles Solo-Debut war „Une planète appelée Arrakis“, eine klanglische Hommage an Frank Herberts Roman „Dune“ / „Der Wüstenplanet“, dem mit „Délmasque“ (= ein Wortspiel aus Delmas und démasque, der Demaskierung) ein musikalisch vällig anderes Werk folgte.

JP MERCIER ist schon weit vielen Jahren im Musikbusiness und veröffentlichte mit „Garbage Noise“ (was mit „Müll-Lärm“ übersetzt werden kann) eine Art Kriegserklärung an den Musiklehrer, der ihm in den späten 1970er Jahren vorgeworfen hatte, seine Synthesizermusik sei eben dies. Seine endlose Liebe für elektronische Klangerzeuger manifestierte er in „Le Retour du Synthétiseur“ also der „Rückkehr der Synthesizer“. Dass er weniger Bedenken vor Liveauftritten hat, als die andere Hälfte von LAR, zeigte er mit mehreren Auftritten im Londoner Vorort Croydon, denen gleich zwei Live-Alben entsprangen; Croydon war auch der Platz, den die Berliner Band Tangerine Dream mochte, die hier ihre Livealben „Ricochet“ und „Logos“ aufgenommen hatten. Überzeugen konnte Julien-Phillipe aber auch mit seinem hervorragenden Werl „Planet Earth“, für das es später sogar ein Fortsetzung mit Remixen gab.
ASAI KATAOKA
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